Personalkosten senken: Ein häufiger Trugschluss von Praxisinhabern

veröffentlicht von von Dajinder Pabla Klartexte, MMP live

Personalkosten senken: Ein häufiger Trugschluss von Praxisinhabern

„Ihre Personalkosten sind viel zu hoch. Sie müssen mindestens eine Mitarbeiterin entlassen.“

Vor dieser Aussage fürchten sich nicht nur viele Praxisinhaber, sondern auch die Mitarbeiterinnen in der Praxis. Denn sie sind direkt davon betroffen. Für die Stimmung und Motivation im Team ist eine solche Nachricht natürlich schlecht. Aber auch der Praxiserfolg kann stark darunter leiden.

Aber stimmt das überhaupt? Ist die Entlassung von Mitarbeitern die einzige und vor allem eine gute Lösung, um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern?

Dass die Personalkosten den größten Posten bilden, steht außer Frage. Diese machen etwa 50 % der Gesamtkosten und knapp ein Viertel vom Umsatz aus. Der durchschnittliche Gewinn lag laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) im Jahre 2013 bei 33,3 %.

„Es ist richtig, dass sich die absoluten Personalkosten durch Entlassungen senken lassen“, sagt André Bernert von Medical Management Partner. „Wenn dadurch aber nicht derselbe Umsatz erzielt werden kann, sinkt auch der Praxisgewinn.“ Und mit weniger Personal die gleiche Arbeit zu verrichten, geht in vielen Fällen schief. Besser ist sicherlich mehr aus den vorhandenen Ressourcen zu machen.

Entlassungen nicht das Allheilmittel

Wir haben gesehen, dass die Entlassung zwar die Kosten reduziert, das Praxisergebnis im schlimmsten Fall aber drastisch mit senkt. Den Umsatz und damit einhergehend den Gewinn zu steigern ist nur möglich, wenn das gesamte Praxisteam effizienter arbeitet. Die KZBV hat Zahlen veröffentlicht, die das bestätigen: 2013 haben 11,2 % der Zahnarztpraxen mehr als 250.000 € Gewinn je Praxispartner erzielt. Der Durchschnitt lag bei 130.411 €. Doch wie haben es die anderen geschafft sich so weit vom Durchschnitt abzusetzen?

Der Schlüssel zum Erfolg liegt

  1. in der effizienten Terminplanung,
  2. einer optimalen Abrechnung im Bereich der GOÄ und GOZ,
  3. im ressourcenorientierten Einsetzen der Praxismitarbeiter und
  4. in der Verbesserung der Teamführung und Delegation von Leistungen.

Diese vier Punkte stärken zudem die Motivation, erhöht die Leistung jeden Einzelnen und bringen ein wirtschaftlich besseres Ergebnis. Ganz ohne Entlassungen.