Der Blick durch die Patientenbrille

veröffentlicht von von Dajinder Pabla In der Presse, Klartexte

Wie sich Praxis und Patient wieder näher kommen

Aus der aktuellen Gesundheitswesen Aktuell der Kieler Nachrichten

Eine gute Behandlung, ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt und hoffentlich nicht lange warten müssen. Drei Wünsche jedes Patienten, wenn der nächste Arzttermin bevorsteht. Wie die Praxis lange Wartezeiten verhindern kann und wie Sie als Patient so viel Zeit bei Ihrem Arzt bekommen, wie Sie benötigen, haben wir in der letzten Ausgabe beschrieben. In der heutigen Ausgabe geht es darum, worauf es Patienten bei ihrem Arztbesuch ankommt und wie sich beide Seiten, Praxis und Patient, gegenseitig helfen können – damit sich alle wohlfühlen.

Woran messen Patienten die Qualität einer Arztpraxis?

Die Bedürfnisse sind bei jedem unterschiedlich. Sicher ist jedoch, dass sie als Patient von einem Arzt eine einwandfreie Behandlung erwarten. Die ausschlaggebenden Kriterien die Arztwahl sind für Sie oftmals Andere. Sehen wir von räumlichen Faktoren wie Erreichbarkeit oder Nähe zum Wohnort einmal ab, sind Faktoren wie die Beratung über medizinische Alternativen, ein individuelles Eingehen auf Sie und Ihre Bedürfnisse und funktionierende Abläufe oftmals wichtiger bei der Entscheidung für einen bestimmten Arzt und seine Praxis. Dies zeigt auch die Pyramide zur Patientenorientierung nochmal ganz deutlich.

Pyramide zur Patientenversorgung: Verhältnis medizinische Versorgung zu Patientenservice

Pyramide zur Patientenversorgung: Verhältnis medizinische Versorgung zu Patientenservice

Funktionierende Abläufe und Service sind für Sie als Patienten genauso wichtig wie eine individuelle Zuwendung. Das lässt sich ganz einfach erklären: Im Gegensatz zur Bewertung einer Untersuchung ist es auch medizinischen Laien möglich die Länge der Wartezeit oder die Zeit bis zum nächsten Termin zu beurteilen.

Positiv abheben können sich Praxen hier leicht mit kleinen Dingen, die einen großen Eindruck hinterlassen. Sei es Getränke bereitzustellen, ein verlässliches Re-Call-System oder sogar einen monatlichen Newsletter aus der Praxis etabliert haben. Hierdurch entsteht eine enge Bindung. So auch für Anke Thode aus Kiel. „Eine Information, die für mich und meine Gesundheit wichtig ist. Die möchte ich sehr gerne in Form eines Newsletters erhalten. Das wäre ein wirklicher Patienten-Service. Wichtig sind darüber hinaus Vertrauen und ein freundlicher Umgang.“

Der Praxisrundgang mit dem Blick durch die Patientenbrille

Um aus Praxissicht wirklich festzustellen, was Patienten wahrnehmen, muss die Praxisblindheit (Betriebsblindheit) überwunden werden. Sie kommt in allen Branchen vor, kann aber durch kontinuierliche Maßnahmen reduziert werden. Das Vorgehen für Praxen entnehmen Sie der blauen Tippbox. Zu überprüfende Bereiche sind unter anderem Ambiente (Dekoration u. Farbkonzept), Auffindbarkeit der Praxis oder auch Atmosphäre im Behandlungszimmer. Nach dem Rundgang haben Sie als Praxisteam die wichtigsten Erkenntnisse, um das Optimum herauszuholen.

Auf der anderen Seite können Sie als Patient etwas dafür tun, dass die Praxis sich stetig verbessert und Sie sich in den Räumen wohlfühlen. In der roten Tippbox ist eine Feedback-Karte mithilfe derer Sie Ihrem Praxisteam eine Rückmeldung zukommen lassen können. Nehmen Sie die Karte zu Ihrem nächsten Termin mit, kreuzen Sie das entsprechende Feld an und übergeben Sie sie am Empfang. So kann sich die Praxis auch in Ihrem Sinne weiterentwickeln.

Fortbildungen für Praxismitarbeiter und Ärzte

MMP bietet regelmäßig Workshops zu unterschiedlichen Themen des Praxismanagements. Die Veranstaltungen werden von der Ärztekammer Schleswig-Holstein mit je 5 Fortbildungspunkten gefördert. Weitere Informationen und die nächsten Termine sind im Internet unter www.m-mp.de zu finden